Das sind wir… Menschen im TrostReich

Das Kreativteam

Zu den Ferien und zum letzten Tag im Jahr, dem Tag mit dem Kerzenritual gibt es immer wieder kleine selbstgefertigte Geschenke, das ist feste Tradition im Trostreich.

Aber wer erfüllt diese Aufgabe so liebevoll und kreativ?
Das sind sie!
von links nach rechts: Hille Ballin, Heike Diers, Jutta Epding, Johanna Hamschmidt, Petra Stroka, Carolin de Witt und Ingrid Fuhrmann

Acht Frauen, alle ganz verschieden und doch so gleich in ihrem Anliegen, den Verein zu unterstützen und damit Kinder und Jugendliche in ihrer ganz individuellen Trauer zu begleiten.

Unsere Acht entwickeln ständig neue Ideen, setzen diese dann mit Tatkraft um und  haben viel Spaß dabei. Somit wird ein ganz wichtiger Teil unseres Projektes in dieser Gruppe mit Sorgsamkeit und sehr liebevoll gestaltet.

Heute möchte ich Euch unsere Kreativen vorstellen.

Es sind ….
Jutta, Petra, Heike , Hille, Carolin, Ingrid, Johanna und ganz neu im Team Helga.

Jutta ist 67 Jahre, war Schmuckverkäuferin von Beruf und engagiert sich schon 10 Jahre für den Verein, darüber hinaus begleitet sie mit Ihrem Mann Fred (auch Ehrenamtlicher bei uns im Verein) eine syrische Familie mit 5 Kindern und arbeitet aktiv beim DRK schon viele Jahre ehrenamtlich.
“ TrostReich ist uns wichtig“- sagt Jutta -„Mit Kindern oder auch für Kinder zu basteln ist mir eine Herzensangelegenheit

Petra ist 66 Jahre und war PTA. In ihrer Freizeit näht sie gerne und ist aktiv im Verein seit
7 Jahren auch im Bereich Veranstaltungsdurchführung.

Heike ist 58 Jahre und  war in ihrer Berufstätigkeit Bankangestellte. Im TrostReich ist sie seit
2 Jahren. Sie engagiert sich auch noch in der Kreuzkirche im Chor und am Kindertisch der Kirche.

Hille war beruflich Sparkassenangestellte im Bereich Organsation und ist im Bereich Gesundheit tätig. Hille ist Mitglied des Vorstandes sowie in anderen Gremien des Vereins, z.B. im Bereich Planung und Durchführung der Öffentlichkeitsarbeit. „TrostReich ist für mich eine für unsere Gesellschaft wichtige Aufgabe. Kinder sind unsere Zukunft und sie und ihren Angehörigen mit unserer Unterstützung den Weg durch die Trauer zu erleichtern und ihnen einen geschützten Raum für ihre Trauer zu geben, ist für mich eine Herzensangelegenheit„.

Carolin war Kinderkrankenschwester, ist 59 Jahre und engagiert sich im Verein seit 12 Jahren in den Bereichen Pädagogik und Planung der Öffentlichkeitsarbeit.

Ingrid ist 66 Jahre alt und auch bereits zehn Jahre im Verein. Anfangs hat sie im Bereich der Kindergruppen gearbeitet und seit einiger Zeit unterstützt sie ausschließlich die Kreativgruppe. Von Beruf war Ingrid Grundschullehrerin. Ingrid engagiert sich zusätzlich in der Kinderbücherei des Kinder- Klinikums Oldenburg.

Johanna arbeitet seit rund zehn Jahren im TrostReich immer in der Kreativgruppe und war Erzieherin von Beruf.
Johanna sagt: „Kinder sind mein Anliegen“ und Trostreich ist notwendig -, deshalb engagiere ich mich gern.

Im Mal- und Bastelraum des Trostreiches.

Literaturempfehlungen

Bücher bedeuten Trost und Unterschlupf, wenn wir uns einsam und traurig fühlen.
Mit Büchern ist es manchmal wie mit dem Schmetterling, dessen Flügelschlag die Welt verändern kann. Man weiß nie, bei wem das Geschriebene ankommt, doch wenn es ankommt, kann es der Auslöser für Mut und Zuversicht sein.

Unsere Pädagoginnen, Carolin de Witt und Sylvia Hauser, sind eingetaucht in die Welt der Bücher zum Thema Kinder- und Jugendtrauer.

Carolin de Witt
Sylvia Hauser

Nachfolgend finden Sie eine Bücherliste.
Sprechen Sie uns gerne dazu an, wenn Sie Fragen haben. Wir beraten Sie gern. Sie erreichen uns mittwochs in der Zeit von 10-12 Uhr persönlich oder Sie hinterlassen eine Nachricht auf dem AB, wir rufen Sie dann zeitnah zurück. Tel.: 0157 77 26 80 56

„Nie mehr Wolken gucken mit Opa“ / Ein Buch für Kinder
Lilli liebt ihren Opa über alles. Mit ihm kann sie stundenlang auf der Schaukel sitzen und Wolken gucken – niemand entdeckt darin so schöne Figuren wie er. Doch jetzt ist Opa tot und niemand kann Lilli sagen, wohin er gegangen ist. Lilli ist wütend, schließlich hatten Opa und sie noch so viel zusammen vor. Erst allmählich versteht Lilli, dass Opa nie mehr zurückkommen wird. Traurig nimmt sie auf der Beerdigung Abschied. Eins weiß sie jedoch ganz sicher: Sie wird Opa niemals vergessen, auch wenn er beim Wolkengucken nicht mehr neben ihr sitzt. Ein tröstliches Bilderbuch über den Verlust des Opas.

TrostReich dankt dem Round Table 14 Oldenburg

Pressemitteilung

Fotograf: Carsten Lienemann- Auf dem Foto v.l.n.r.: Frau Ballin, Herr Kunstmann, Herr Firmbach, Herr Strickstrack, Frau Möhrmann

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In Vertretung des Round Table Oldenburg (RT 14) waren  Christian Kunstmann  und Helge Strickstrack einer Einladung des Vereins TrostReich und dessen Botschafters, Generalintendant Christian Firmbach, in das Oldenburger Staatstheater gefolgt.

In verschiedenen öffentlichen Aktionen hatte TrostReich seit seiner Gründung regelmäßige Unterstützung des Round Table  Oldenburg  erfahren – allem vorweg die traditionelle Fahrradputzaktion auf dem Julius-Mosen-Platz. Hille Ballin und Antje Möhrmann vom Vorstand des Vereins und Botschafter Christian Firmbach brachten ihre Freude darüber mit einem kleinen Geschenk an den letztjährigen Präsidenten Christian Kunstmann zum Ausdruck. Ein Bild, gestaltet von einem Kind im TrostReich, fand auf diesem Weg ein neues Zuhause.

Mehr Infos: www.trostreich-ol.de und www.14.round-table.de
Pressemitteilung: Roswitha Althoff- Verein Trostreich

Das Team im TrostReich

Vorstand im Verein TrostReich

Die Interviews führte Roswitha Althoff.
Roswitha ist im Verein verantwortlich für die Pressearbeit.

Ein paar Fragen an Antje Möhrmann

Neben Deiner Selbstständigkeit bist Du ehrenamtliches Vorstandsmitglied im Verein TrostReich-Oldenburger Trauerbegleitung für Kinder und Jugendliche. Wie umfangreich darf man sich Deine Arbeit für den Verein vorstellen?…und welcher zeitliche Aufwand ist damit für Dich verbunden?
….
Sagen wir mal so…
die ehrenamtliche Vorstandsarbeit wäre in einem Angestelltenverhältnis nicht möglich. Ich arbeite für den Verein im Laufe eines Arbeitstages immer wieder und unregelmäßig – sei es, dass ich Emails beantworte, Telefonate führe oder Unterlagen für verschiedene Anlässe und Adressaten vorbereite. Insgesamt sind das geschätzte 40 Stunden, die im Monat für den Verein anfallen. Ich bin für verschiedene Bereiche zuständig, wie beispielsweise Öffentlichkeitsarbeit und Personal, und arbeite auch sehr eng mit Wilhelm, unserem Schatzmeister, im Bereich Buchführung und Jahresabschluss zusammen. ….

Ein paar Fragen an Hille Ballin

Hille, Du bist ehrenamtliches Vorstandsmitglied und präsentierst den Verein TrostReich-Oldenburger Trauerbegleitung für Kinder und Jugendliche e.V. in der Öffentlichkeit. Wie darf man es sich vorstellen?

….
Zuerst einmal sind wir alle, der Vorstand, das pädagogische Team sowie alle Ehrenamtlichen aus den verschiedenen Bereichen in der Öffentlichkeit präsent. Meine Aktivitäten liegen allerdings überwiegend im Bereich Öffentlichkeitsarbeit und Planung. Im Besonderen ist es meine Aufgabe, Verbindungen zu den unterschiedlichen Gremien in Wirtschaft und Politik zu knüpfen, den Kontakt zu unseren Botschaftern zu halten, ihnen für Fragen zum Verein zur Seite zu stehen und diese Verbindungen zu pflegen.

Ein paar Fragen an Wilhelm Arndt

Wilhelm, viele Jahre hast Du trauernde Kinder und Jugendliche ehrenamtlich, in den Kindergruppen, 14-täglich nachmittags, begleitet. Wie kann man sich diese Begleitung vorstellen? Gab es im Zusammensein mit den Kindern Augenblicke, die Dich nachdenklich stimmten? Wie bist Du damit im Nachhinein umgegangen?
….
Für mich war die Begleitung der Kinder intensiv, herausfordernd und immer wieder anders. Mir war immer wichtig, dass die von mir begleitenden Kinder meine ungeteilte Aufmerksamkeit bekommen. In dem Zusammensein mit den Kindern gab es viele Augenblicke, die mich nachdenklich gestimmt und mich im Nachhinein beschäftigt haben. Wenn Redebedarf bestand habe ich mich mit der Gruppenleitung oder mit einer Kollegin/einem Kollegen darüber ausgetauscht.


Das Team im TrostReich

Martina Wulf, Leiterin des pädagogischenTeams und Gruppenleiterin der Kinder- und Jugendgruppe, stellt sich vor.

Mein Weg, meine Werte, meine Leidenschaften

Prägend war meine junge Erwachsenenzeit, in der ich mich, mit meinem Mann und unseren drei Kindern, auf der Suche nach fairen, ökologischen, für Kinder und Erwachsene entwicklungsfördernden Lebensbedingungen einem Gemeinschaftsprojekt anschloss. Wir wurden Pioniere und Mitbegründer des Ökodorfes Sieben Linden in der Altmark. Konsequente Folge war, auch für die Ausbildung und Begleitung unserer Kinder Bedingungen zu schaffen, bei denen sie ihre Potenziale frei und zwanglos entfalten konnten. Wir gründeten die freie Schule Altmark und damit begann für mich eine Reise in eine neue Lebenshaltung, die sich fortan durch mein berufliches und privates Leben zieht.

Mein beruflicher Hintergrund
Als Sozialpädagogin, systemische Familientherapeutin und Mediatorin bin ich viele Jahre beratend und begleitend tätig.
Ich arbeitete in folgenden Bereichen:
Bezugsbetreuung und Elternberatung in einer Mädchenwohngemeinschaft
Sozialpädagogische Familienhilfe
Mediation in der Familie
Aufsuchende Familientherapie
Familienkrisendienst
Kinderschutztelefon
Entwicklung eines Begleitprogrammes für Kinder suchtkranker Eltern „Koffer starker Kinder“

Ein paar Fragen an Roswitha Althoff- zuständig für die Pressearbeit im Verein und Ehrenamtliche in den Kindergruppen

Interview von Hans Begerow (Leitung Politik/Region NWZ) mit Roswitha Althoff, ehrenamtliche Mitarbeiterin und verantwortlich für Pressearbeit- Nordwest-Zeitung vom 04.12.2018

Der Oldenburger Verein besteht seit einem Jahr. Das Angebot zur Trauerbegleitung richtet sich auch an betroffene Kinder und Jugendliche aus der Region.

Frage: Worin besteht die Aufgabe des Vereins Trostreich?
Trostreich begleitet Kinder und Jugendliche in ihrem Trauerprozess, wenn sie eine nahestehende Person verloren haben. Das kann ein Eltern- oder Großelternteil sein, aber auch Schwester, Bruder oder ein Freund.
Frage: Wie muss sich das vorstellen? Und wie viele Kinder nehmen das wahr?
Die Kinder besuchen uns 14-tägig nachmittags. Die Kinder sind im Alter zwischen drei und zwölf Jahren. Und es gibt drei Kindergruppen mit einer Kapazität von insgesamt 45 Kindern sowie eine Jugendgruppe für zehn Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren. Die Jugendlichen dürfen einen Freund oder eine Freundin mitbringen.
Frage: Wer betreut die Kinder?
Die Jugendgruppe wird von einer Sozialpädagogin betreut, sie ist eine ausgebildete Trauerbegleiterin in diesem Bereich. Die Kindergruppen werden jeweils von einer pädagogischen Fachkraft geleitet und von Ehrenamtlichen unterstützt. Wir streben eine 2:1-Betreuung an, in manchen Fällen, zum Beispiel bei Entwicklungsverzögerungen der Kinder, gibt es auch eine 1:1-Betreuung.
Frage: Wie lange sind Sie schon tätig?
Ich persönlich bin seit zwölf Jahren in diesem Bereich tätig, den Verein Trostreich – Oldenburger Trauerbegleitung für Kinder und Jugendliche e.V. gibt es seit einem Jahr. Wir haben in Oldenburg guten Zuspruch bekommen, auch von Firmen, die uns in dieser Zeit mit Sach- oder Geldspenden unterstützt haben, und das ist sehr erfreulich.

Ein paar Fragen an Sylvia Hauser- Gruppenleiterin der Kindergruppen im Verein und Ehrenamtliche in den Planungsgruppe für Öffentlichkeitsarbeit

Sylvia: Du leitest 14-täglich, nachmittags, eine Kindertrauergruppe im Verein TrostReich. Was macht diese Arbeit so besonders für Dich?

Die Offenheit und Unbefangenheit der Kinder im Umgang mit Tod und Trauer zu erleben und dann auch zu erfahren,  mit welch großer Weisheit und Stärke sie ihren eigenen Weg gehen.

Wenn die Kinder in der Gruppe erfahren, dass andere Kinder auch einen Verlust erlitten haben, fällt es ihnen häufig sehr viel leichter, offen über ihre Gefühle zu sprechen. Oder dann eben auch die Gefühle vielfältiger und kreativer Weise zu zeigen und auszuleben.

Und gerade auch weil sie wissen, dass sie in einem geschützten Rahmen sind, sind sie immer bereit, sich spontan auszudrücken, zu lachen, zu toben und auch Wut und Ärger zu zeigen.

Beeindruckend empfinde ich auch den häufig sehr vorsichtigen und behutsamen Umgang der Kinder miteinander. Sie haben ein feines Gespür füreinander und wissen gut, was sie in genau diesen Momenten brauchen.

Wir haben in den Gruppen Kinder von 4 bis 12 Jahren und es ist berührend zu sehen, wie behutsam auch mit den Kleinen umgegangen wird.

Auch für mich selbst lerne ich im Zusammensein mit den Kindern natürlich so viel. Ich hoffe den Kindern das zurückgeben zu können, indem ich sie auf ihrem ganz eigenen Weg ein Stück begleiten darf.

Ein paar Fragen an Carolin de Witt- Mitarbeiterin im pädagogischen Team und Ehrenamtliche in der Planungsgruppe für Öffentlichkeitsarbeit

Carolin, Du bist ausgebildete Trauerbegleiterin für Kinder und Jugendliche, wie bist Du darauf gekommen?

Meine ersten Berührungen mit Abschied, Tod und Trauer hatte ich als junge Kinderkrankenschwester, wo mir meine Ängste, meine Unsicherheit und Antwortlosigkeit dazu bewusstwurden. Ich machte mich auf meinen persönlichen Weg … , der mir dann später bei sehr nahen eigenen Todesfällen eine gute Stütze war. Von ohnmächtigem Schmerz über Wut aber auch dankbarer Erleichterung durchlebte ich bei unterschiedlichen Abschieden meine Gefühle.
Und … dass das Leben danach anders ist, und auch wieder schön.

Diese Erfahrungen darf ich seit vielen Jahren in die Trauerbegleitung von Kindern und Jugendlichen einfließen lassen. Eine große Bereicherung auch weiterhin für mich. An unserem Vereins-Infostand auf Veranstaltungen, bei Spendenaktionen zugunsten TrostReich, Vorträgen oder Schulungen von Ehrenamtlichen berichte ich gern davon, wie gut es tut, nicht allein mit seiner Trauer zu sein. Und dass Kinder anders trauern als Erwachsene.
Ich bin glücklich, mit meinem ehrenamtlichen Engagement für unseren Verein, einen kleinen Beitrag zum Umgang und besseren Verständnis bei diesen schmerzlichen Erfahrungen leisten zu dürfen.
Denn … der Tod gehört zum Leben.

Angela Klever- Mitarbeiterin im pädagogischen Team

Nach Beendigung meiner Beratungsarbeit hatte ich den Wunsch, einen Teil meiner frei gewordenen Zeit zu verschenken.
So lag es für mich nahe, meine Erfahrungen aus der Hospizarbeit -ich hatte u.a. ehrenamtlich tätige Hospizmitarbeiter ausgebildet- bei TrostReich einzubringen.
Aus meinem Freundeskreis wird mir häufig die Frage gestellt: „wieso machst Du so eine traurige Arbeit?“.
Meine Antwort: „das Zusammensein mit den Kindern und Jugendlichen ist für mich eine belebende Erfahrung. Die Kinder genießen, trotz ihrer Trauer, in dieser ausgenommenen Zeit durch Stille und beim Basteln, Lesen, Erzählen, Spielen, Lachen und Toben ihre Lebendigkeit und Energie. Das steckt an und so entsteht ein liebevolles Miteinander.
Ich erlebe den Zusammenhalt der ehrenamtlichen Mitarbeiter als wohltuend. Es ergeben sich gute Gespräche und ein fürsorgliches Miteinander.
Ich habe den Entschluß, bei TrostReich mitzuarbeiten, nicht bereut.
Angela Klever

Ein paar Fragen an Lisa Beyer- Ehrenamtliche in der Kindergruppe

Lisa, seit vielen Jahren begleitest Du Kinder und Jugendliche, die einen geliebten Menschen verloren haben, ehrenamtlich auf ihrem Trauerweg. Wie bist Du zu dieser Arbeit gekommen?

2006 zeigte mir eine Freundin einen Flyer von „Trauerland“. Der Bremer Verein plante damals, erstmals auch in Oldenburg Kinder- und Jugendgruppen anzubieten und lud zu einem Informationsabend über deren Trauerarbeit ein. Meine Freundin und ich haben im frühen Jugendalter beide unsere Väter durch einen überraschenden Tod verloren und sind daher im Besonderen sofort von der Arbeit von Trauerland und deren Angebote für Kinder und Jugendliche begeistert gewesen. Wir besuchten eine Ehrenamtsschulung und starteten im Januar 2007 unsere ehrenamtliche Arbeit in den ersten beiden Kindergruppen, die in Oldenburg angeboten worden sind. Aus diesen entwickelte sich unser heutiger Verein TrostReich.

Ein paar Fragen an Maria Keller- Ehrenamtliche in den Kindergruppen und in der Jugendgruppe

Maria, im TrostReich begleitest Du ehrenamtlich Kinder und Jugendliche, die einen nahestehenden Menschen durch Tod verloren haben, in ihrem Trauerprozess. Was macht die Arbeit mit den Kindern so besonders für Dich?
Kinder sind häufig spontaner im Verhalten, das verlangt Geduld und wertfreien Umgang mit eventuellen Äußerungen, die durchaus befremdlich wirken können! Erstaunlich ist für mich immer wieder, wie schnell sich Stimmungen ändern – traurig – wütend – lustig, Kinder drücken Trauer durchaus auch in Aggression aus.

Die monatlichen Treffen der Jugendlichen begleitest Du ebenfalls. Welchen Unterschied gibt es in der Begleitung von trauernden  Kindern zur Begleitung von trauernden Jugendlichen?
Überraschend ist für mich, wie schnell sich Jugendliche in der Gruppe akzeptieren, und erstaunlich – wie offen fast alle nach kurzer kennen lern Phase über ihre Trauer sprechen können, und ebenfalls kommt es nicht selten vor, dass auch – Wut – Enttäuschung – Einsamkeit zur Traurigkeit gehören.

Kann man sagen, dass Dein Ehrenamt für Dich eine Herzensangelegenheit ist?
Für mich ist diese Arbeit eine Herzensangelegenheit. Berührungsängste mit Tod und Trauer habe ich nicht, dieses Ehrenamt bereichert mein Leben immer wieder aufs Neue!

Maria, Du bist in einem weiteren Ehrenamt sehr engagiert. Magst Du davon erzählen?
Seit mehr als 20 Jahren begleite ich junge Mädchen und Frauen, die meistens aus einer muslimischen Kultur kommen – sie haben die Familie auf unterschiedliche Weise verlassen, meistens ist Fluchthilfe und Aufnahme in meiner Familie nötig, für kurze oder längere Zeit! Der Hintergrund der Flucht , ist fast ausschließlich das Entkommen der Zwangsheirat – das Recht auf persönliche Freiheit wird nicht akzeptiert. Diese Art von Hilfe – bedarf Mut, Geduld, Einfühlung und beinhaltet oft schlaflose Nächte! Der Kontakt zu den Hilfesuchenden wird in unserem Fall schon viele Jahre aufrechterhalten!

Ein paar Fragen an Marion Raetz- zuständig für die Adminstration und die Homepage – Ehrenamtliche in den Kindergruppen

Marion, Du begleitest in den Kindertrauergruppen ehrenamtlich Kinder, die einen nahestehenden Menschen durch Tod verloren haben. Was bedeutet das für Dich? Gibt es Momente, die Dich besonders berührt haben?

Die Zeit, die ich in der Kindergruppe verbringen kann, ist reine Herzenszeit. Das ist die Zeit, in der wir auf besondere Art und Weise füreinander da sind. Kindern und Jugendlichen, die einen geliebten Menschen verloren haben, möchte ich das Gefühl geben, dass sie mit ihren Fragen, Ängsten und Problemen willkommen sind und nicht allein. Wenn ein Kind sich zaghaft zu seiner Lebensgeschichte bekennt, ist das ein Geschenk für unser Engagement und zeigt uns oft, wie unterschiedlich die Trauer für jeden Einzelnen ist.

Ein toller Abschluss für die erste Jugendgruppe im TrostReich

Wir sagen DANKE!

Zum Abschluss unserer ersten Jugendgruppe im Jahr 2019, durften wir in der „Alten Schmiede“ mit dem Künstler Jörg Ridderbusch und der Kunsttherapeutin Ilona Schuhmacher einen Tag Kunst aus Altmetall herstellen.
Der Tag begann auf dem Schrottplatz. Wir bekamen alle Warnwesten an und durften in Begleitung von Ilona auf dem Schrottplatz nach inspirierenden Altmetallen stöbern. In den riesigen Containern konnten wir so manches Schätzchen und skurrile verborgene Gebilde bergen. Mit Schubkarren wurden diese dann zur Waage gebracht und zu unserer Überraschung wurde uns das ganze gesammelte Material gespendet.
In der Schmiede angekommen hatten wir alle erstmal Hunger. Wir bauten uns direkt vor dem Eingang aus Bierkisten einen Tisch und deckten in der Sonne ein leckeres, supertolles Buffet auf. Die Jugendlichen hatten am Tag zuvor gebacken und allerlei Leckereien dabei.
Nicht wenige Passanten der Fußgängerzone zogen bewundernd an unserem Arrangement vorbei.
Danach ging es an den kreativen Teil unseres Schaffens. Die Jugendlichen entwickelten mit Unterstützung von Ilona eine gemeinsame Skulptur, die sie schon sehr bald als den „Tod“ titulierten. Spielerisch und teilweise sehr tiefgründig wurde der Tod mit seinen Details immer weiterentwickelt. Er bekam leichte und lustige aber auch gruselige und schwere Aspekte. Es war sehr berührend mitzuerleben wie unbefangen und kreativ sich die Jugendlichen mit dem Thema auseinandersetzten und gemeinsam eine Skulptur erschaffen haben.

Der „Tod“ steht jetzt im Eingangsbereich von Trostreich und soll zukünftig eine Spendendose tragen. So haben es sich die Jugendlichen gewünscht. Im Anschluss gab es noch die Möglichkeit eigene Skulpturen zu entwickeln, die die Jugendlichen mit nach Hause nehmen konnten.
Jörg Ridderbusch stand uns als Schweißer und Flexer den ganzen Tag zur Verfügung und fügte die Teile nach Anweisung der Jugendlichen zusammen. Ilona unterstützte die Jugendlichen mit ihrer Erfahrung im Umgang mit dem Material und unterstützte den kreativen Prozess. Maria Keller als Ehrenamtliche aus dem Verein und ich konnten uns auf das Spiegeln des ganzen Prozesses konzentrieren.
Bis 17.00 Uhr waren alle unermüdlich am Schaffen und Kreieren. Hände und Gesichter schwarz vom Schrott aber fröhlich und stolz auf ihre Werke, konnten wir die Jugendlichen dann ihren Eltern wieder übergeben.
Ein toller Tag und ein großes Dankeschön an Maria für ihre Unterstützung. Unser Dank geht natürlich auch an Jörg Ridderbusch und Ilona Schuhmacher, für ihre Bereitschaft ihre Zeit und Ihr know how zur Verfügung zu stellen.

Text Martina Wulf, Leiterin des pädagogischen Teams im Verein TrostReich

Ein Blick zurück und ein großes DANKE!

Liebe Freunde des TrostReichs in Fern und Nah,

das Jahr 2018 geht zur Neige, und wir konnten den ersten Geburtstag unseres Vereins feiern. Die Zeit ist so schnell vergangen, erfüllt mit neuen Erfahrungen, Ereignissen, Menschen und auch mit verwirklichten Träumen. Wagen wir einen Blick zurück…
Nachdem im Januar noch unsere drei Kindertrauergruppen im Deelweg stattfanden, wurde die Suche nach neuen Räumen immer konkreter. Allerdings gestaltete es sich schwierig, bezahlbare Räume in ausreichender Größe mit Stellplätzen zu finden… Am 15. Februar dann haben wir den Mietvertrag für Räume im Patentbusch 6 in Oldenburg-Etzhorn unterschrieben. Und es erfüllte alle mit Freude, Aufregung und Tatendrang. Die Räume wurden neu gestaltet, alles unter der Regie unseres pädagogischen Teams. Es wurden Wände eingerissen, Teppiche verlegt, Regale und Möbel gebaut, eine Küchenzeile installiert… bis das TrostReich so war, wie wir es uns in unseren Träumen immer vorgestellt haben. Welch‘ Wonne in unseren Herzen!! Am 14. April haben wir unsere Einweihung gefeiert, und viele Interessierte haben den Tag genutzt, das TrostReich kennenzulernen. Es war ein für uns alle wundervoller Tag voller Wärme und Anerkennung. Ein großer Dank an dieser Stelle an alle ehrenamtlichen Helfer, an die Firmen, die für uns kostenlos gearbeitet haben oder uns bei den Preisen sehr entgegen gekommen sind. Besonders sei an dieser Stelle Werner Liebscher gedankt, der sich nicht nur als großzügiger Vermieter zeigte, sondern uns immer wieder als Freund und Unterstützer zur Seite steht.
In der Mitgliederversammlung Anfang Februar wurde Hille Ballin in den bis dato zweiköpfigen Vorstand gewählt, so dass die Verantwortung sich fortan auf drei Schultern verteilt. Gemeinsam mit mehreren Ehrenamtlichen haben wir in diesem Jahr dem Verein eine Struktur gegeben, die sich – unserer Meinung nach – sehen lassen kann. …..
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Eingeladen und gewünscht hatten wir uns den Besuch von Hubertus Meyer-Burckhardt….

An zwei Abenden las er im Theater Laboratorium aus seinem neuen Buch „Frauengeschichten“. Und, ja er kam zu uns ins TrostReich. Zusammen mit unserem Botschafter Thomas Kossendey konnte ihn der Vorstand begrüßen.

Nach seiner Lesung am 4. Dezember und einer, wie er erzählte, kalten Nacht, kam er am Morgen zu einer Kaffeestunde zu uns. Neben dem Vorstand hatte sich unser Botschafter, Thomas Kossendey, Zeit genommen und so waren wir in kleiner Runde zusammengekommen. Unsere Räume konnten wir zeigen und von unserer Arbeit im Verein berichten. Aber, und das wissen alle, die Hubertus Meyer-Burckhardt etwas kennen, er erzählt gerne, dazu noch interessant und sehr kurzweilig, für uns eine schon ganz besondere Stunde.

Bei seiner zweiten Lesung am Abend hat Hubertus Meyer-Burckhardt seine Idee umgesetzt und von uns berichtet. Zusätzlich legte er in jedes seiner Bücher, die von ihm im Anschluss signiert wurden, einen unserer Flyer. Danke für so viel Interesse und Unterstützung.

Über etwas ganz Besonderes möchten wir noch – durchaus im Zusammenhang mit HMB – berichten. TrostReich bekommt den Erlös vom Kreativwettbewerb der „Oldenburger Tüte“, der vom 01.12.2018 bis 31.01.2019 stattfindet und von „Oldenburgs gute Adressen“ gespendet wird (www.oldenburgs-gute-adressen.de)!

Herr Meyer-Burckhardt hat für uns schon eine Tüte bemalt und diese wird, zusammen mit denen von Künstlern gemalten, von Herrn Firmbach im nächsten Frühjahr versteigert werden.

Ein ganz herzliches Danke an Hubertus Meyer-Burckhardt, denn nur gemeinsam sind wir stark.

Text: Hille Ballin, Vorstand des Vereins

Trostreich ist Eins!

Unseren ersten Geburtstag haben wir am 24. November in Friedolins Spielparadies in Friedrichsfehn mit unseren Kindern und Jugendlichen, Angehörigen und Ehrenamtlichen gefeiert. Die Erwachsenen haben gemütlich gefrühstückt, während die Kinder das Toben, Springen und Klettern auf den  vielen Attraktionen in der Halle genossen haben. Neben Riesenrutsche, Wabbelberg und Trampolin konnte man Fußball, Kicker oder Billard spielen oder mit dem Go-Kart durch die Gegend brausen.

Es war für alle ein Riesenspaß – und zwischendurch fandendie Kinder auch Zeit für eine kleine Mahlzeit!…

Großer Zuspruch ermutigt Ehrenamtliche

Artikel aus der Nordwest-Zeitung vom 04.12.2018
Interview von Hans Begerow (Leitung Politik/Region NWZ) mit Roswitha Althoff, ehrenamtliche Mitarbeiterin und verantwortlich für Pressearbeit

„Der Oldenburger Verein besteht seit einem Jahr. Das Angebot zur Trauerbegleitung richtet sich auch an betroffene Kinder und Jugendliche aus der Region.

Roswitha Althoff, ehrenamtliche Mitarbeiterin und verantwortlich für Pressearbeit

Frage: Worin besteht die Aufgabe des Vereins Trostreich?

Althoff: Trostreich begleitet Kinder und Jugendliche in ihrem Trauerprozess, wenn sie eine nahestehende Person verloren haben. Das kann ein Eltern- oder Großelternteil sein, aber auch Schwester, Bruder oder ein Freund.

Frage: Wie muss sich das vorstellen? Und wie viele Kinder nehmen das wahr?

Althoff: Die Kinder besuchen uns 14-tägig nachmittags. Die Kinder sind im Alter zwischen drei und zwölf Jahren. Und es gibt drei Kindergruppen mit einer Kapazität von insgesamt 45 Kindern sowie eine Jugendgruppe für zehn Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren. Die Jugendlichen dürfen einen Freund oder eine Freundin mitbringen.

Frage: Wer betreut die Kinder?

Althoff: Die Jugendgruppe wird von einer Sozialpädagogin betreut, sie ist eine ausgebildete Trauerbegleiterin in diesem Bereich. Die Kindergruppen werden jeweils von einer pädagogischen Fachkraft geleitet und von Ehrenamtlichen unterstützt. Wir streben eine 2:1-Betreuung an, in manchen Fällen, zum Beispiel bei Entwicklungsverzögerungen der Kinder, gibt es auch eine 1:1-Betreuung.

Frage: Wie lange sind Sie schon tätig?

Althoff: Ich persönlich bin seit zwölf Jahren in diesem Bereich tätig, den Verein Trostreich – Oldenburger Trauerbegleitung für Kinder und Jugendliche e.V. gibt es seit einem Jahr. Wir haben in Oldenburg guten Zuspruch bekommen, auch von Firmen, die uns in dieser Zeit mit Sach- oder Geldspenden unterstützt haben, und das ist sehr erfreulich.

Frage: Und die Eltern?

Althoff: Die Kinder werden von einem Elternteil oder einer Person ihres Vertrauens ins Trostreich begleitet. Die Begleitpersonen treffen sich in einem separaten Raum zum gemeinsamen Austausch, während die Kinder „spielen“. Wir sind nicht therapeutisch tätig. Kinder, die erzählen wollen, wählen vielleicht ein Spiel. Kinder, die Wut haben, dürfen auch boxen oder kickern. Wir stellen keine Fragen an die Kinder und bewerten nicht, wir reflektieren: Erwähnt ein Kind das Fußballspiel mit seinem Vater, sagen wir: Du hast mit deinem Papa Fußball gespielt. Wir „erinnern“ die Kinder mit wiederholten Ritualen daran, warum sie da sind, und helfen ihnen, die verstorbene Person ins eigene Leben zu integrieren.

Frage: Gibt es Trostreich auch außerhalb von Oldenburg?

Althoff: Nein, aber wir bieten unsere Hilfe allen Eltern in der Region an. Sie nehmen gern die Fahrt nach Oldenburg auf sich, weil wir in Oldenburg die Räume haben, in denen wir den Kindern einen geschützten Rahmen geben können. Außerdem bieten wir auch unsere Beratung für Schulen an. Auch dort kann eine Zusammenarbeit sehr wichtig sein.“