Allgemein

Literaturempfehlungen

Bücher bedeuten Trost und Unterschlupf, wenn wir uns einsam und traurig fühlen.
Mit Büchern ist es manchmal wie mit dem Schmetterling, dessen Flügelschlag die Welt verändern kann. Man weiß nie, bei wem das Geschriebene ankommt, doch wenn es ankommt, kann es der Auslöser für Mut und Zuversicht sein.

Unsere Pädagoginnen, Carolin de Witt und Sylvia Hauser, sind eingetaucht in die Welt der Bücher zum Thema Kinder- und Jugendtrauer.

Carolin de Witt
Sylvia Hauser

Nachfolgend finden Sie eine Bücherliste.
Sprechen Sie uns gerne dazu an, wenn Sie Fragen haben. Wir beraten Sie gern. Sie erreichen uns mittwochs in der Zeit von 10-12 Uhr persönlich oder Sie hinterlassen eine Nachricht auf dem AB, wir rufen Sie dann zeitnah zurück. Tel.: 0157 77 26 80 56

„Nie mehr Wolken gucken mit Opa“ / Ein Buch für Kinder
Lilli liebt ihren Opa über alles. Mit ihm kann sie stundenlang auf der Schaukel sitzen und Wolken gucken – niemand entdeckt darin so schöne Figuren wie er. Doch jetzt ist Opa tot und niemand kann Lilli sagen, wohin er gegangen ist. Lilli ist wütend, schließlich hatten Opa und sie noch so viel zusammen vor. Erst allmählich versteht Lilli, dass Opa nie mehr zurückkommen wird. Traurig nimmt sie auf der Beerdigung Abschied. Eins weiß sie jedoch ganz sicher: Sie wird Opa niemals vergessen, auch wenn er beim Wolkengucken nicht mehr neben ihr sitzt. Ein tröstliches Bilderbuch über den Verlust des Opas.

Wir freuen uns und sagen Danke!

Sagenhafter Erlös beim 10. Oldenburger Entenrennen!

Beim 10. großen Entenrennen des Lions Club Oldenburg konnten diesmal alle der über 5.800 Enten ins Rennen geschickt werden und so wurde neben einem Wochenende mit der roten Ente 2 CV auch für 12 Fahrräder der Marke Gazelle neue Besitzer gefunden. Ein tolles Ergebnis!

Voraus gingen einige schöne und erfolgreiche Tage. An diesen Terminen haben Vertreter des Lions Club und Helfer beider Vereine gemeinsam die Gutscheine für die vielen Enten verkaufen und diese dann ins Trainingslager schicken können.

Von einem Kran ins Wasser entlassen und mit Hilfe der Feuerwehr wurden die Enten dann am 29. Juni, bei herrlichem Sommerwetter, im Oldenburger Hafen ins Rennen geschickt. Viele Gäste waren gekommen und haben das Rennen vom Kai und den Booten aus verfolgen können und sicher auch mitgezittert, wer wohl die schnellsten Enten auf den Weg bringen konnte.

Bild NWZ Oldenburg

Als Erlös, der zusätzlich vom LionsClub aufgestockt wurde, kam ein Spendenbetrag in Höhe von 30.000 € zusammen. Dieser Erlös wurde zu gleichen Teilen dem Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst Oldenburg und uns gespendet. Eine stolze Summe, die wir bei der Übergabe im Hof der Firma Munderloh in der Mottenstraße mittels eines symbolischen Schecks überreicht bekommen haben. Eine ganz besondere Aktion hat damit ihren Höhepunkt gefunden.

Wir von TrostReich sind über diese besondere Zuwendung dankbar und glücklich.
Sie zeigt uns, wir sind als Oldenburger Verein angekommen. Es ist ein gutes Gefühl, solche Menschen an unserer Seite zu wissen.

Danke, denn ohne Freunde geht es nicht.

Text: Hille Ballin, Vorstand TrostReich

„Oldenburger Verein hilft bei Trauer“

NWZ- online: Tonia Hysky

„Kommt Mama bald wieder?“

Trauer verarbeiten: Manche der Kinder malen oder spielen, Jugendliche sprechen gerne über den Verlust.

Bild: Hysky

Kinder trauern ganz anders als Jugendliche – und diese wiederum anders als Erwachsene. Der Verein „TrostReich“ hilft mit Trauerbegleitung. Gespräche, Rituale, Spiel und Spaß gehören ebenso dazu wie Tränen und die Wut im Bauch.

Plötzlich ist Mama nicht mehr da. Oder Opa kommt nicht mehr zu Besuch. Oder die beste Freundin aus der Schule sitzt im Klassenzimmer nicht mehr gegenüber. Wenn ein Mensch stirbt, bedeutet das Trauer, Schmerz, Verzweiflung, Wut – die Welt, wie sie bisher war, gerät aus den Fugen.

Dabei trauern Kinder und junge Menschen aber nicht gleichermaßen wie Erwachsene, weiß Hille Ballin vom Oldenburger Verein TrostReich: „Kinder und Jugendliche springen in die Trauer hinein und wieder heraus. Erwachsene durchschwimmen einen tiefen See.“

Die Räume des Vereins im Oldenburger Stadtteil Etzhorn sind hell und bunt. An der Wand im Flur hängt eine farbenfrohe Collage, an Zierästen kleine Zettel. „Mama“ steht darauf, oder „Du bleibst in meinem Herzen“. An der Decke des Gruppenraumes hängt ein schwerer Boxsack, auf dem Teppichboden liegen große Kissen.

Für Kinder hat der Tod nichts Endgültiges

Martina Wulf (Bild: Verein)

Kinder sprechen nicht unbedingt über ihre Trauer oder die Erfahrung, weiß Martina Wulf, seit Kurzem als Systematische Familientherapeutin, Sozialpädagogin und Trauerbegleiterin beim Verein angestellt. Vielmehr drücken sie ihre Trauer im Spielen, Toben, Malen, durch Rückzug oder auch durch Aggression aus.

Für Kinder hat der Tod noch nichts endgültiges. Sie glauben noch, der Tod betrifft sie nicht selbst. Sie sind neugierig, Berührungsängste haben sie oft keine. Für sie wache der Opa bald wieder auf, oder sie fragen, ob Mama bald wiederkommt, weiß Martina Wulf. „Zwischen zehn und 12 Jahren realisieren sie dann meist, was der Tod bedeutet“, sagt Wulf. Die Therapeutin rät Eltern, die Wahrheit zu sagen – was sich Erwachsene oft nicht trauen. Die Wahrheit müsste altersspezifisch angepasst sein, aber nicht beschönigend. Außerdem rät die Therapeutin, sich präventiv mit dem Thema Tod zu beschäftigen. Nicht erst dann, wenn der Ernstfall eingetreten ist.

Die Kinder kommen mit ihren Eltern oder Großeltern. Diese sitzen während der Gruppenstunden zusammen, sollen aber den Raum nicht verlassen. Die Kinder dürfen sich frei fühlen, aber wenn gewünscht kurz zu ihrer Bezugsperson gehen. „Die Kinder weinen selten“, sagt die Therapeutin. Dafür brauche es bei den Erwachsenen aber oft Taschentücher. Nicht nur für die Kinder ist TrostReich ein geschützter Raum. Auch die Erwachsen können sich hier austauschen.

Während Kindern das Sprechen nicht so wichtig ist, möchten es die Jugendlichen umso mehr. Bei ihnen arbeitet Martina Wulf mit Gesprächen, oder Ritualen. „Bei Jugendlichen ist oft Wut da“, sagt Wulf. Nach dem Tod eines nahestehenden Menschen versuchen sie noch, die Situation unter Kontrolle zu halten – dabei sind sie selbst gerade im Umbruch, in der Pubertät. „Das zieht den Jugendlichen den Boden unter den Füßen weg.“ Unterdrückte Gefühle kämen dann als Aggression durch. Die jungen Menschen haben dann Angst, die Selbstbeherrschung zu verlieren. Um sich sicherer zu fühlen, dürfen sie zu den Treffen einen Freund oder Freundin mitbringen.

„Meine Mama ist jetzt im Himmel“

Den Mitgliedern des Vereins liegt am Herzen, dass jedes Kind und jeder Jugendliche seinen eigenen Trauerweg gehen kann. Gerade bei Kindern sei der Drang da, ihnen die Welt zu erklären, weiß Martina Wulf. Aber wenn das Kind sagt „Meine Mama ist jetzt im Himmel“, dann darf man es auch dabei belassen. Dass sie aber nicht wiederkommt, sollte man den Kindern dann auch sagen. Wichtig ist dem Verein aber auch, eine Traumatisierung zu erkennen – wenn es nicht mehr nur Trauer ist, sondern ein Trauma. Wenn das Kind möglicherweise ansehen musste, wie ein geliebter Mensch gestorben ist. In diesem Fall raten sie dann zu einer Therapie.

Oft seien die Eltern unsicher, ob sie ihre Kinder mit zur Beerdigung nehmen sollten. Hier solle man zumindest fragen, ob sie mitkommen möchten, sagt Martina Wulf. Und ihnen während der Zeremonie auch die Möglichkeit geben, mit einer vertrauten Person das Begräbnis verlassen zu können.

Trauerbegleitung für Kinder und Jugendliche:

Der Verein TrostReich hat sich im Juli 2017 gegründet, ist ein gemeinnütziger Verein und finanziert seine Arbeit ausschließlich aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen. Das Angebot ist für die Familien kostenfrei. Seit Kurzem beschäftigt der Verein als hauptamtliche Mitarbeiterin Martina Wulf, Systematische Familientherapeutin, Sozialpädagogin und Trauerbegleiterin.

Eine Jahresgruppe für Jugendliche zwischen 13 und 16 Jahren, die ihren eigenen Trauerweg gehen möchten, beginnt wieder im September unter der Leitung von Martina Wulf. Ein Infoabend dazu findet am Montag, 19. August, ab 18 Uhr in den Gruppenräumen Am Patentbusch 6 in Oldenburg-Etzhorn statt.

Einen Kennenlerntag für die Kindergruppe gibt es am Samstag, 24. August, von 10 bis 11.30 Uhr, ebenfalls in den Gruppenräumen Am Patentbusch.

Text und Bilder: Tonia Hysky Redakteurin der NWZ Oldenburg